Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Hat das schon irgendjemand gelesen? Ich bin ja ein großer Fan von ihr - als zuweilen distanzlose Interviewerin ist sie…

29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

...hat das schon irgendjemand gelesen?

Ich bin ja ein großer Fan von ihr - als zuweilen distanzlose Interviewerin ist sie schlicht großartig!
Die Sprache ihres skurrilen kleinen Büchleins ist schön, es liest sich schön herunter... wenn da nicht... tja wenn da nicht... *rotwerd*

Ich weiß nicht, was ich sagen soll - ich könnte sie einerseits pausenlos knutschen für ihre wunderbaren Sätze und kleinen trockenen Bemerkungen - andererseits wünschte ich mir beim Lesen immer mal nen Kotzbeutel dazu...

Also wer es lesen will:
- nicht zimperlich sein!
- die Tüte nicht ablehnen, die Euch der nette Buchhändler schenken will.

Charlotte - noch immer leicht im Schock *gg*
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

sind die Passagen teilweise so ekelig oder schreibt sie manchmal so schlecht...? *zwinker*

wollte am montag zu der lesung von ihr in düsseldorf gehen, hat aber leider nicht geklappt....
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

... aber ihr Buch ist einfach nur beschissen (abgesehen vom einen oder anderen Höhepunkt).

Rotzfrech allein, das genügt nicht. Und extrem ordinäre Sprache - gerade auch von einer Frau - mag irgendwie mal was anderes und reizvoll sein. Aber, sorry, wie jemand seinen eigenen Eiter frisst und sich mit seinen eigenen Ausscheidungen so exzessiv befasst - das ist entweder ziemlich abgedreht wenn nicht gar krank oder aber eine Masche, um aufzufallen und Erfolg zu haben.

Ich würde das Buch niemandem empfehlen, dabei hatte ich mich darauf gefreut.

(Der Antaghar)
29. Februar 2008 (FSK18)
 

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29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

aber ihr Buch ist einfach nur beschissen
...trifft es wohl ziemlich genau...

Man muss die schönen Sätze mit der Lupe suchen und dabei werden die schlimmen Dinge "bigger than life" und das will man nicht, also legt man das Buch angewidert aus der Hand...
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Also sind ihre Thesen schlecht umgesetzt.
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Und als Mann ekelt man sich doch nicht (bin mir da jetzt nicht so sicher).

ich bin mir ziemlich sicher, dass sich dabei jeder ekelt - ob Mann oder Frau...
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Ein authentisches, ehrliches Buch muß nicht gefallen.
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Wie meinst Du das?
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Also sind ihre Thesen schlecht umgesetzt.

Keine Thesen - Provokation.
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Nun gut, das Buch ist Mist und ich lese es nicht.
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Ich glaube nicht das die Autorin wirklich irgendetwas bewegen der verändern will, sondern das sie einfach nur aufschrieb was sie beschäftigt.

Noch (!) schreibt sie keinem Agenten oder Lektor nach dem Mund, und der Publikumsgeschmack kann ruhig noch etwas warten...*ggg*

Ich würde es weder der Belletristik noch dem Sachbuch zuordnen - eher ist es ein Essay, welches den Zeitgeist kritisch beleuchtet.

Und das gefällt mir.
29. Februar 2008
Charlotte Roche "Feuchtgebiete"

Ja der Zeitgeist und ich lache mich wirklich tot, aber nicht über den Beitrag von bunch sondern über den meinigen (blödes Deutsch, den meinigen).
Läuft hier ein Parser durch , der alles stur herausfiltert.
01. März 2008
@ bunch

Erstmal: *wink* (Du auch hier?)

Ich sehe es genau andersrum: Sie hat vermutlich sich exakt nach dem Zeitgeist geschrieben: Ich provoziere kräftig - errege Aufmerksamkeit - und verkaufe massenhaft Bücher. Und der Verlag samt seinen Lektoren sah es wohl genau so. Und dürfte recht behalten: Kommerzieller Erfolg ist sehr wahrscheinlich.

Ich halte die Frau für verdammt clever und bewundere sie, aber ihr Buch ist, sorry, beschissen. Und auch noch miserabel geschrieben. (Da schreibt fast jedes Mitgleid der Kurzgeschichten-Gruppe des JC deutlich besser ...)

(Aber das ist ja auch immer eine Geschmacksfrage, und es wird sicher viele geben, denen es gefällt - und das ist ja auch in Ordnung so).

(Der Antaghar)
19. März 2008

So, ich habe mir dieses Buch gekauft und zur Hälfte gelesen. Dass es ein Essay ist, kann ich nicht sagen. Es hat schon eine Handlung, ja und die spielt sich im Krankenhaus ab. Also die Geschichte hat einen Anfang und ein Ende, und sogar ein Happy End - und das finde ich nett.
Ach so, ich kenn das Buch nur bis zur Hälfte. Naja, nicht ganz, ich habe mal vorgeblättert, was ich bei Büchern, die mir gefallen, öfters mal tue.
Primitive Sprache - kann ich nicht erkennen. Es müssen nicht immer Bandwurmsätze sein. (Habe übrigens jetzt festgestellt, der Stefan Zweig hat unheimlich lange Sätze geschrieben, was mir nie aufgefallen ist, weil er eben gut ist und die Sätze einen Sinn ergeben. -Also darauf kommt's nicht an - auf die Satzlänge.)
Manche (oder fast alle) Passagen sind eklig. Das kommt ganz darauf an, aus welcher Perspektive man das liest. Ein wenig Abstand gehört dazu. Den habe ich gehabt, deshalb ist es mir auch nie schlecht geworden. Außerdem, wer kann behaupten, er hätte sich noch nicht mit dem eigenen Körper "beschäftigt" - also z B. seinen eigenen Grind gegessen oder ihn mit Hingabe abgekratzt. Solche Tätigkeiten nehmen viel Zeit in Anspruch. *ggg* Ich will das jetzt nicht auswalzen. (Da, das nun mal zum Leben gehört, kann man auch darüber schreiben.) Sicher (würde Hausmeister Krause sagen), einiges ist ein wenig extrem - aber dafür ist es eine Geschichte, die, wie ich finde, eine (gewisse) Authentizität hat. Man muss auch das Alter der Protagonistin berücksichtigen. Sie ist ja fast noch ein Kind - und was habe ich als Kind nicht alles getan und mich nicht vor mir selbst geekelt.
Ist das nun große Literatur - weiß ich nicht, ich kann es jedenfalls lesen.
Ich finde, der Roger Willemsen hat recht.
Leif

Ach schön, finde ich die Story mit dem Liebesbeweis. Sie hat sich absichtlich die Haare nicht gewaschen, so dass sie so richtig fettig sind, um zu sehen, ob er sie berührt. Ja, hat er - und das finde ich schön.

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